Photosynthese

Was von der 4-monatigen Reise übrig geblieben ist: unzählige schöne Erinnerungen und ebensoviele Fotos. Hier ein paar kurz kommentierte Überbleibsel in der Photosynthese:

Einfahrt ins Mounment Valley, Arizona

Einfahrt ins Mounment Valley, Arizona

In der Eastern Sierra Nevada nahe Bishop

In der Eastern Sierra Nevada nahe Bishop

Kodachrome State Park, Utah

Kodachrome State Park, Utah

Monument Valley, Arizona

Monument Valley, Arizona

Petrified Forest National Park, Arizona

Petrified Forest National Park, Arizona

Pete in Jilotepec, Estado de Mexico

Pete in Jilotepec, Estado de Mexico

Was die USA ausmacht: ein Erklärungsversuch von Rahel in Bild- und Zeichensprache.

Canyons, McDonalds, Streets: Was die USA ausmacht – ein Erklärungsversuch von Rahel in Bild- und Zeichensprache.

Schneesturm in der Eastern Sierra Nevada.

Schneesturm in der Eastern Sierra Nevada.

Wohl das einzige Photo von uns beiden auf der ganzen Reise. Ein Selfie!

Wohl das einzige Photo von uns beiden auf der ganzen Reise. Ein Selfie!

Ein schöner Abschluss im Nordwesten der USA – oder wo die Wellen besser sind als der Fels

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Der letzte Fels auf unserem Trip, dafür einer der Feinsten: Smith Rock, Oregon.

Mit grossen Erwartungen und der Hoffnung von zwei Wochen Vollgasklettern haben wir den Smith Rock State Park in Oregon angepeilt. Die Fahrt von Reno nach Bend im Herzen von Oregon könnte schöner kaum sein: riesige Wälder, Vulkane, Seen und Flüsse prägen hier die Landschaft. Und auch der Smith Rock State Park ist ein kleines Paradies. Der Crooked River, der sich durch den Vulkantuff in Central Oregon gefressen hat, ist eine Augenweide.

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Die Dihydrals im ersten Morgenlicht.

Das Klettergebiet ist nicht nur wunderschön, sondern auch kletterhistorisch bedeutend. Hier hat das moderne Sportklettern in den USA nach einem harzigen Start Ende der 80er-Jahre begonnen. Fast alle Grade haben ihre erste Route der USA in den Smith Rocks stehen. Zu den bekanntesten gehören das „East Face“ am Monkey Face (erste 5.12c), „Darkness at Noon“ (erste.13a)  oder „Bolt or not to be“ (erste .14a).

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Die ganze Südseite im ersten Morgenlicht.

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Siehst du das Monkey-Face? Hier steht auch DIE Überlinie Nordamerikas: „Just do it“, 14b. Im Übrigen die erste 8c von Amerika.

Klar, wer dort klettert, wo sich Ende der 80er-Jahre die damaligen Klettergrössen um die Grade gestritten haben, gibt es nichts geschenkt. Das mussten wir am ersten Tag anerkennen und unsere Ansprüche (massiv) nach unten korrigieren, dazu hat uns die anhaltende Hitzewelle auch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Die Kletterei ist in extrem technisch („Darkness at Noon“ .13a) und ausgesetzt („The Backbone“ .13a), die Hakenabstände alles andere als eine Tupperwareparty. Den Durchstieg einer 7b feierten wir deshalb wie einen Kindergeburtstag.

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Schatten suchen am Metolius River, nahe  Bend, Oregon. Die Amerika-Flagge darf natürlich nicht fehlen!

Der Walk-In Campingplatz war der beste des ganzen Trips und dazu auch nicht völlig überteuert und überlaufen wie alle anderen Campingplätze in den USA. Ein Dreimalhoch auf den Smith Rock State Park!!!

Hier wurden noch richtige Prioriäten gesetzt! Eine Boulderwand auf dem Campingplatz.

Hier wurden noch richtige Prioriäten gesetzt! Eine Boulderwand auf dem Campingplatz.

Nach einer Woche in der Hitze von Oregon haben wir den Bettel aber definitiv hingeworfen; wieso drei Tage warten bis es wieder etwas kühler wird, wo doch es doch an der Küste um ein einiges angenehmer ist? Und es sogar Fels gibt (erzählte man uns zumindest)? Also los nach Portland, um dann der Küste entlang nach San Francisco zu fahren. Smith Rock war etwas Feinsten auf unserer Reise – aber es sollte unser letzte Fels werden…

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Sonnenuntergang am Moonstone Beach, nahe Arcata, California.

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Gute Aussicht auf der Düne am Cape Kiwanda, Oregon.

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Unten ist man schneller wenn man rennt! Hier von der Düne am Cape Kiwanda, Oregon. Übrigens auch ein guter Surfspot!

Aber nur am Strand zu liegen, was ohnehin nicht so angesagt ist dort oben, konnten wir natürlich nicht und haben uns wieder ein Surfbrett geholt. Moonstone Beach (OR), Crescent City (CA) und schliesslich Santa Cruz (CA) als Hotspot der Surferwelt haben uns einen herrlichen Swell beschert. Die Wellen sind dort oben definitiv besser als der Fels!

Herr Trum hat bei den Surfern einen schweren Stand...

Herr Trump hat bei den Surfern einen schweren Stand… Gesehen am Pleasure Point, Santa Cruz.

Das Surfen hat uns ziemlich den Ärmel reingezogen. Es ist wie das Klettern ein Sport, bei dem man den Gewalten der Natur besonders ausgesetzt ist. Das mögen wir, kriegten es allerdings auch des öfteren zu spüren…

Diese Monstermuschel haben wir auf der Suche nach Fels am Meer gefunden.

Diese Monstermuschel haben wir auf der Suche nach Fels am Meer gefunden.

Die Küste von Oregon bis San Francisco ist von Redwood-Wäldern durchzogen. Die Giganten werden bis zu 10 Metern breit und machen aus einem Wald einen besonders mystischen Ort.

Monserbäume. Gesehen im Redwood NP, Humboldt County

Klein-Adi zwischen den Monsterbäumen. Gesehen im Redwood NP, Humboldt County.

Klein Rahel zwischen den Monstern.

Klein-Rahel zwischen den Monstern.

Die Küste ist lange und zum Teil ziemlich einsam. Es reiht sich eine Traumbucht nach der anderen. Wir haben Orcas, Seelöwen und Robben gesehen – aber keinen anständigen Fels! Wir haben das Kletterzeugs deshalb für die restlichen 2 Wochen ganz unten im Auto gelagert. Aus einem Klettertrip wurde somit ein Surftrip – auch gut!

Eine Traumbucht an der Küste von Sonoma.

Eine Traumbucht an der Küste von Sonoma.

Nach zwei Wochen an der Küste und einem Zwischenstop im Napa Valley sind wir schlussendlich doch noch in San Francisco angekommen. Noch schnell die Touri-Sachen abgeklappert, einen Burrito reingeschoben und dann war es das mit unserem 4-monatigen Trip von Mexico City bis nach Portland. 12’000 Kilometer haben wir abgespult. Es war schön.

Vista Point Park. Wer ist ächt auf diesen komischen Namen gekommen?!

Vista Point Park in San Francisco. Wer ist ächt auf diesen komischen Namen gekommen?!

Unser Fazit, Überschönes, Unschönes, Schräges und noch einiges mehr an Bildmaterial gibt es in der nächsten Geschichte. Schaltet doch nächstes mal wieder ein!

Gamblen, surfen, bouldern, hottuben: Polysport im Westen der USA

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Wueste, Schneeberge, Meer: Kalifornien hat einiges zu bieten.

Begonnen hat die Eroberung des Westens in Vegas, Baby! Nicht dass wir dort die grosse Kohle gemacht haetten – ganz im Gegenteil! – aber wir haben den Aufenthalt in der verruecktesten Stadt der Welt trotzdem irgendwie spannend gefunden. Diese Stadt existiert nur um Geld aus dem Fenster zu werfen und – vor allem – um Spass zu haben! Dazu beigetragen haben auch das Rio Hotel mit seinen 3000 Zimmern (Masse ist das Vegas-Konzept), das Buffet-Angebot in den Casinos und die schrillen Leute auf der Strasse. Wer keinen Cent mehr ausgeben kann, faehrt am besten gleich ins vegaische Hinterland, denn gleich um die Ecke von Las Vegas liegen die Red Rocks, ein Sandsteinklettergebiet von weltruhm. Dies ist wohl nicht nur uns zu Ohren gekommen, sondern auch all den Springbreakern auf dem Camping und in den Warteschlangen der Routen.

Mescalito Im Abendlicht.

Mescalito Im Abendlicht.

Vegas, Baby!

Vegas, Baby!

Eine kleine Anekdote: Adrian und Rahel laufen 30 Minuten zu einem Sektor hoch, in der Hoffnung, etwas weniger Leute vorzufinden. Oben angekommen geniessen wir also kurz die Ruhe, bevor eine Gruppe mit 15 Breakern hochlaueft, dies notabene fuer 5 Routen…  Der Alternative Crag in Caligo Basin hat aber auf jeden Fall einiges zu bieten, u.a. die Ueberlinie Nirvana (7c+/8a) an einem Monsterblock.

Der Riesenblock des Alternative Crag.

Der Riesenblock des Alternative Crag. Nirvana zieht von rechts nach links hoch.

Schatten fanden wir auch an der Trophy Wall. Hier Leslie Timms in Twilight of a Champion 7c+

Schatten fanden wir auch an der Trophy Wall. Hier Leslie Timms (eine unserer sehr netten Bekanntschaften aus Kanada) in „Twilight of a Champion“ 7c+.

Hier geht's zu den langen Sachen.

Hier geht’s zu den langen Sachen.

Ein ganz normaler Zustieg in den Red Rocks ueber einen Sandsteinbogen.

Ein ganz normaler Zustieg in den Red Rocks ueber einen Sandsteinbogen.

Sicherlich sind die Trad Multipitch-Routen um einiges besser als die Sportkletterrouten, keine Frage. Schoen war es trotzdem. Weiter ging es dann via Joshua Tree nach San Diego. Eine Woche mal etwas anderes machen als klettern und Auto fahren tat uns auf jeden Fall gut und hat diestetig fallende Motiviation fuer das Klettern wieder ein bisschen gehoben.

Joshua Tree NP.

Joshua Tree NP.

Wie im Bilderbuch, zum Klettern jedoch zu warm: Joshua Tree NP.

Wie im Bilderbuch, zum Klettern jedoch zu warm: Joshua Tree NP.

Zwischenstopp am Lake Mead in der Mohave-Wueste.

Zwischenstopp am Lake Mead in der Mohave-Wueste.

Weil uns das Klettern nicht von den Socken gehauen hat und Kalifornien ja noch ein bisschen Strand zu bieten hat, sind wir wie gesagt durch die Mohave-Wueste nach San Diego gefahren, um allen zu beweisen: wir sind ja doch polysportif! Von dieser Idee getrieben haben wir uns am Mission Beach in San Diego ein Surfbrett geholt und unser Glueck mit den Wellen versucht.  Und tatsaechlich haben wir nach 2 Tagen bereits einige Wellelein schnittig geritten – Awesome! Fuer einen Tunnel hats dann aber doch nicht gereicht („die Wellen sind einfach zu klein!“).

Rahel das Surfergirl am La Jolla Beach, San Diego.

Rahel das Surfergirl am La Jolla Beach, San Diego.

Vom Klettergurt in den Neopren.

Vom Klettergurt in den Neopren.

Ordentlich durchgespuehlt und schon sah ich unten und oben Palmen...

Ordentlich durchgespuehlt und schon sah ich unten und oben Palmen…

San Clemente Beach.

San Clemente Beach. Diese Wellen waren uns dann aber doch zu gross.

Wir besuchten die Cousinen von Rahel in San Diego und in Rancho Cucomango. Sie haben uns jeweils eine wunderbare Unterkunft geboten. Danke! Jose hat uns dann auch gleich in die San Bernardino Mountains zum Klettern mitgenommen. Feinster Granit an Riesenflakes – ein kleiner Vorgeschmack auf die Boulder in Bishop…

Rahel macht sich lang in einer unbekannten 5.11a

Rahel macht sich lang in einer unbekannten 5.11a

Ja, ja, lustig ist das Vagabundenleben.

Ja, ja, lustig ist das Vagabundenleben, vor allem mit diesen Flakes in den Haenden.

Jose unser Fuehrer in der .11a THANKS FOR SHOWING US THIS PLACE!

Jose unser Fuehrer in der .11a THANKS JOSE FOR SHOWING US THIS PLACE!

Nach der polysportiven Woche an der kalifornischen Kueste ging es dann wieder zurueck in die Halbwueste und auch zurueck zu unserem Spezialgebiet: klettern. Diesmal aber umrahmt von einem sauberen Alpen… bzw. Sierrapanorama: Bishop. The place to be. Zumindest wenn man bouldert. Denn die Bloecke in den Buttermilks, den Happies und den Sads werden im Klettersportkataster mit „atemberaubend“ attributiert. Mehr als ein einziges gemietetes Crashpad waere bei der Hoehe dieser Eier aber auf jeden Fall vorteilhaft gewesen😉.

Bouldern in den Buttermilks. Tag 1: keine Haut mehr.

Bouldern in den Buttermilks. Tag 1: keine Haut mehr.

The Heart.

The Heart in den Buttermilks.

BUTTERMILKS!

Monstereier in den BUTTERMILKS!

Das Rahmenprogramm stimmt in Bishop, denn die natuerlichen heissen Quellen sind nicht weit. Die waren auch bitter noetig, denn anstatt des angekuendigten „es wird wohl etwas warm werden“ mussten wir vor Wind und Schnee ziemlich zittern. Dem Sportklettergebiet im Owens River Gorge statteten wir auch kurz einen Besuch ab, aber wer solche Bloecke vor der Tuere stehen hat…

Chill the Laebe! Gemuetliche 37 Grad im Tub, 3 Grad draussen...

Chill the Laebe! Gemuetliche 37 Grad im Tub, 3 Grad draussen…

Traumhaft!

Traumhaft!

Lochbouldern in den Happies (Adrian in einer V8).

Doch nun zurueck zum Business: Lochbouldern in den Happies (Adrian in einer V8).

Bloecke und Schneeberge.

Bloecke und Schneeberge.

Rahel ist happy.

Rahel ist happy in den Happys.

Highball in den Happys (V5).

Highball in den Happys (V5). Auch Adrian ist happy.

Nun sind wir nach langer Fahrt von Bishop via Lake Tahoe durch endlose Waelder, Seen und Vulkankrater bereits in Bend, Oregon. Hier wollen wir vor unserer Heimreise in den Smith Rocks nochmals die Fingerkuppen spueren. Eines kann ich schon vorwegnehmen: Wir haben sie gespuert und zwar mehr als gewollt.

Cheers!

 

Desert Climbing in Utah

Einer der vielen Paerke: Canyonlands Needles District.

Einer der vielen Paerke: Canyonlands Needles District.

Utah ist bekannt fuer seine unglaublichen Naturpaerke: Arches, Canyonlands, Monument Valley, Bryce Canyon oder Zion, um nur ein paar zu nennen. Der Besuch einiger dieser Naturwunder stand deshalb im Monat Februar auf der To-Do-Liste. Dazu ein wenig Rissklettern in Indian Creek und schlussendlich ordentliches, wenn nicht sogar weltklasse Sportklettern in der Umgebung von St George.

Wer kennt es nicht? Das Monument Valley in Utah.

Wer kennt es nicht? Das Monument Valley in Utah.

Schneeberge auf dem Weg nach Moab.

Schneeberge auf dem Weg nach Moab.

Das Monument Valley hinter uns versuchten wir uns also in Indian Creek zum Rissklettern. Und das alles – wohlgemerkt – mit einem einzigen roten Camalot (Danke Fabienne!). Wir dachten, man kann es ja mal versuchen. Und tatsaechlich: auf dem Parking des wunderbar gelegenen Indian Creek Klettermekkas hatten wir Glueck und durften etwas mitklettern. Fazit: eine Materialschlacht sondergleichen, schmerzende Fuesse und Haende, 6c ein Ding der Unmoeglichkeit aber trotzdem seeeeeehr viel Spass! Die Linien sind an Purheit kaum zu ueberbieten und dazu dieses unglaubliche Ambiente!

Das war nur die Haelfte aller Cams unseres Dudes aus Kentucky.

Das war nur ein Viertel aller Cams unseres Dudes aus Kentucky.

Bereit fuer den Boxkampf!

Bereit fuer den Boxkampf!

Cave Route 5.10 in Indian Creek.

Cave Route 5.10 in Indian Creek.

Aesthetischer geht's kaum: Indian Creek.

Aesthetischer geht’s kaum: Indian Creek.

Indian Creek im Abendlicht.

Indian Creek im Abendlicht.

Mangels Personal auf den Parkplaetzen (war es zu kalt Ende Februar?), liessen wir es dann aber bleiben mit den Rissen und fuhren weiter in Richtung St George, vorbei an den schoensten Naturwundern dieser Erde: Bryce (a.k.a Bruce), Staircase-Escalante National Monument, Zion.

Kochen ueber den Canyons des Staircase-Escalante NM.

Kochen ueber den Canyons des Staircase-Escalante NM.

Bryce.

Bryce.

Bryce. Schoene Tuermli, leider bruechig.

Bryce. Schoene Tuermli, leider bruechig.

Unser Auto in einem der Canyons (Canyonlands?)

Unser Auto in einem der Canyons (Canyonlands?)

Kolob Canyon im Zion.

Kolob Canyon im Zion.

Nach ein paar Tagen fahren, zig Paerken, einigen Naechten unter null im engen Nissan zelebrierten wir die Ankunft in Saint George: haessliches Gewucher von Box-Stores, Motels und Fast-Foodketten inmitten einer Huegellandschaft, wo sich Weltklasse Klettergebiete nebeneinander aufreihen. Hier konnten wir unserer Spezialfertigkeit, naemlich dem Sportklettern an Haken, genialem Gestein und mit vielen flotten Leuten nachgehen. Die Umgebung von Saint George hat einiges zu bieten: Kalk, Basalt, Sandstein. Ein Kino fuer 2 Dollar (billiger als der Waschsalon) und gratis Duschen sind auch erwaehnenswert. Der Kalk hat uns besonders ueberzeugt. Er steht den top europaeischen Kalkgebieten in nichts nach.

Blick von der Catherdral bzw. der Wailing Wall in die Halbwueste Utahs.

Blick von der Catherdral bzw. der Wailing Wall in die Halbwueste Utahs.

Die Wailing Wall in Welcome Springs.

Die Wailing Wall in Welcome Springs.

Raetselraten: Was gibt's zum Fruehstueck???

Raetselraten: Was gibt’s zum Fruehstueck???

Eine halbe Stunde noerdlich von Saint George befindet sich auch die surrealistisch anmutende Namaste Wall im Kolob Canyon (Zion NP). Das heisst: 40-Meter Routen in Huecos an rotem Gestein, 20 Grad ueberhaengend. Wahnsinn! Der anstrengende Marsch durch Schnee und Eis hat sich (zumindest fuer Adrian) mehr als gelohnt. 5 Routen hat das Ding leider nur herzugeben, deshalb war schnell Ende im Gelaende.

Namast Wall in Kolob Canyon. Wahr oder nur ein Traum?

Namaste Wall in Kolob Canyon. Wahr oder nur ein Traum?

Blick von der Sunset Alley auf die Sandsteine von Saint George.

Blick von der Sunset Alley auf die Sandsteine von Saint George.

Etwas mehr als 2 Wochen blieben wir in Saint George, auf der Tickliste standen der Lime Kiln Canyon (Arizona Strip), Cathedral und Wailing Wall in Welcome Springs (THE BEST!!!), Sunset Alley in den Utah Hills, die Namaste Wall im Kolob Canyon, sowie der Virgin River Gorge im Arizona Strip. Hier konnten wir lange genug die Fingerhaut abrasieren, einige schwere Routen punkten, bevor wir uns bald auf den Weg in die Stadt der Suenden machen: Viva LAS VEGAS!


Beta zu Saint George

  • Duschen: gibt’s gratis an der Dixie State University (Fitness Center). Einfach zehn Liegestuetzen in Netzshirt vor dem Eingang machen und jeder denkt der ist ein Ami!
  • Wasser: eine heikle Sache. Am besten von den oeffentlichen Brunnen bei der Library in der „Altstadt“
  • Schlafen: Auf BLM-Land („Oeffentliches Land“) bei den Gebieten. Geht fast bei jedem!
  • Topo: Am besten die „Limestone Bible“ (findet man im Desert Rat Klettershop in St George.
  • 2-Dollar-Kino in der Red-Cliff-Mall. Einfach keinen Durst haben weil der Drink kostet dann 5 Bugs.
  • Routen Highlights: alle Dreisterne Routen in der Bibel sind absolut gigantisch PLUS Namaste in Kolob Canyon (in keinem der Fuehrer von Saint George, vgl. Mountain Project).

 

 

Wild wild west: New Mexico und Arizona

Endlose Strassen in der Halbwueste von New Mexico...

Endlose Strassen in der Halbwueste von New Mexico…

Bevor der Spass im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten definitiv los ging, musste zuerst die Tortur am Zoll von Laredo durchgestanden werden. Vier Stunden und etliche doofe Fragen spaeter waren wir endlich in Texas! Unser Auto stand in San Antonio bereit – die Freiheit ruft! Alles wird hier gleich breiter: Strassen, Autos, Leute. Erster Halt: Hueco Tanks bei El Paso. Eines der feinsten Bouldergebiete der Welt.

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Loecher in den Strassenschildern? Willkommen in Texas!

Endlich BURGER!!!!

Endlich BURGER!!!!

Der Eingang zum Pardies.

Der Eingang zum Pardies. Aber zuerst muss man sich noch ein Video ueber Natur und Leute von Hueco Tanks anschauen. Willkommen beim Klettern in Amerika!

Rahel in einem der Ultraklassiker: Ghettosimulator V2

Rahel in einem der Ultraklassiker: Ghettosimulator V2

Ein Ami aus Colorado im Gehottsimulator.

Schoen, einfach nur schoen: Hueco Tanks State Park.

Ein Ami aus Colorado im Ghettosimulator.

Ein Ami aus Colorado im Ghettosimulator.

In den sehr fruhen Morgenstunden von den Eingangstoren des State Parks kamen wir mit einem Local ins Gespraech ueber nahegelegene Klettergebiete. Und so erfuhren wir von einem Kalkgebiet bei Carlsbad, New Mexico. Last Chance Canyon – noch ein Geheimtipp!? Hier konnten wir wieder die Exen schwingen und ein paar sehr gute Kalkgeschichten klettern.

Last Chance Canyon. Ein Hauch von Spanien...!

Last Chance Canyon im suedlichen New Mexico. Ein Hauch von Spanien…! Und noch ziemlich unbekannt. Ein 4×4 mit genuegend Bodenfreiheit ist fuer die Zufahrt unerlaesslich.

Nun, die Naechte sind im Februar auch in der Halbwueste von New Mexico, Arizona und Utah kalt bis sehr kalt. Koerpergroesse sei dank konnten wir unseren Nissan Sentra zum Schlafauto umfunktionieren. Gemuetlich waere anders, aber waermer als im Zelt ist es.

Sitze runtern, Holzbretter rein, Matte drauf und ab ins Dreamland!

Sitze runter, Holzbretter rein, Matte drauf und ab ins Dreamland!

Unseren ersten interkulturellen Austausch hatten wir auf dem Camping vom Last Chance Canyon in Queen: eine Horde Jungs auf „Barber Sheep“-Jagd unterrichteten uns ueber das Jagen, Burger, Marshmellows und natuerlich ueber Knarren, die sie offen im Holster trugen. Willkommen in Amerika!

Mit der Trophaee in den Haenden.

Mit der Trophaee in den Haenden. Der Big Guy links war uebrens mal Profi-Basketballspieler!

Weiter ging es danach in den Norden New Mexicos, wo sich zahlreiche Kulturstaetten der alten Pueblo Leute befinden, so z.B. im Bandelier National Monument, wo die Ancient Pueblo People Unterkuenfte in den weichen Fels aus Vulkanasche schlugen.

Rahel nimmt einen grossen Satz!

Rahel nimmt einen grossen Satz im Bandelier NM.

Gemuetliches Felshaus.

Gemuetliches Felshaus.

Modernes Pueblo: Die Rentnerstadt Santa Fe.

Modernes Pueblo: Die Rentnerstadt Santa Fe.

Nahe Santa Fe haben wir noch kurz die Exen geschwungen (Diablo Canyon).

Nahe Santa Fe haben wir noch kurz die Exen geschwungen (Diablo Canyon).

Das Hinterland von Santa Fe.

Das Hinterland von Santa Fe.

Ein wahres Highlight der bisherigen Reise war dann aber doch der Petrified Forest in Arizona. Oder wo sonst kann man 200 Millionen alte versteinerte Baeume einfach so rumliegen sehen?

Versteinerte Baeume im Petrified Forest National Park.

Versteinerte Baeume im Petrified Forest National Park.

Hier liegen sie seit sehr langer Zeit...

Hier liegen sie seit sehr langer Zeit…

In Geomorphologie aufgepasst? Badlands im Park.

In Geomorphologie aufgepasst? Badlands im Park.

Unser Zelt im Petrified Forest NP.

Unser Zelt im Petrified Forest NP.

Ausflug auf den Mond mit Zelt.

Ausflug auf den Mond mit Zelt.

Noch mehr Baeume im surreal wirkenden Petrified Forest NP.

Noch mehr Baeume im surreal wirkenden Petrified Forest NP.

Eine gute Raststaette auf den einsamen Strassen. Pie in New Mexico.

Eine gute Raststaette auf den einsamen Strassen. Pie in New Mexico.

Nun sind wir bereits in Moab. Die Prime-Destination fuer jegliche Outdoor-Liebhaber. Und natuerlich fuer die Cracks des Crack Climbing in Indian Creek. Mit einem sehr reduzierten Angebot an Gear wurde dieser Versuch jedoch rasch wieder abgebrochen. Doch dazu spaeter…!

 

El Salto loco!

Der Eingang zum Paradies: El Salto.

Der Eingang zum Paradies: El Salto.

Die Reiserei mit Bus und Taxi von Mexiko City bis nach Monterrey hat das Verlangen nach einem etwas laengeren Aufenthalt in einem groesseren Klettergebiet geweckt, schliesslich sind wir nicht nur zum Tequila trinken da! EL SALTO suedlich von Monterrey war die Wahl. Und sie war gut. Sehr gut sogar. Wir haben uns bei Kika Gonzales – Koenigin in ihrem Dorf – und ihrer Familie gleich sehr  wohl gefuehlt.

Kika, Rahel und Maiella.

Kika, Rahel und Mallela.

Untergebracht waren wir in einem herrlichen Blockhaus in Kikas Reich. Zum Glueck mit einem Kamin. Denn was uns eines morgens erwartete, war weiss und kalt: Schnee! Noch am Vorabend haben wir darueber gescherzt. Schnee wuerde es hier nur alle 5 Jahre geben.

Schnee in Mexiko? En serio?

Schnee in Mexiko? En serio?

Trotz Schnee waren die Bedingungen zum Klettern fantastisch. Die Felsqualitaet war mindestens spanisch und die Leute sehr gastfreundlich. Allerdings auch laut, zumindest an den Wochenenden, wenn die reichen Monterreyaner mit ihren Buggys, Ranchera-Musik (das ist Gangstermusik die wie Crusty-der-Clown-Musik toent) und Light-Bier den Canyon zur Partymeile machen…

Fiesta Mexicana mit Buggy und Ranchera-Musik im Salto.

Fiesta Mexicana mit Buggy und Ranchera-Musik im Salto. Im Hintergrnd Las Animas.

Die wichtigsten Sektoren: Las Animas, prunkstueck des Gebiets; La Boca, im Nachbarscanyon; Cueva de Tecolote, das steile Zeugs. Rahel und ich sind gut in Fahrt gekomnen und konnten die ersten mexikanischen 7b’s respektive 8a’s ins Jassbuechlein schreiben, ebenso den El Salto-Rekord in den Disziplinen Tetris, Yazzie und 10000erlen.

Blick auf das Vorzeigeobjekt in El Salto: Las Animas.

Blick auf das Vorzeigeobjekt in El Salto: Las Animas.

El Salto im Zustieg.

El Salto im Zustieg.

Besonders gefreut hat uns die Bekanntschaft mit einem der Bohrmaschinenschwinger von El Salto, dem Quebecianer Ulric, sowie mit dem Genfer Blaise, King auf dem Morgensonnenthron.

Jetzt mit Bart.

Jetzt mit Bart.

Mexikos Nationalpflanze: der Kaktus.

Mexikos Nationalpflanze: der Kaktus.

Bartwuchs.

Bartwuchs.

Schattenspiel in der Schlucht.

Schattenspiel in der Schlucht.

Bevor wir in die USA rueberfuhren, haben wir dem Klassikergebiet „Potrero Chico“ noch einen Kurzbesuch erstattet. Fuers Multibitchen sicher gut, zum Sportklettern empfiehlt der Koch dann aber doch eher El Salto, und deshalb hat uns Potrero nicht lange von den Burgern in Texas abgehalten.

Der Kessel von Potrero.

Der Kessel von Potrero.

Ganz im Gegensatz zu den Grenzbeamten in Laredo! Denen war jeder Immigrant ein potenzieller Nachfolger von El Chapo. Wir haben es nach 4 Stunden anstehen und beantworten daemlicher Fragen dann aber doch noch geschafft. Gnade eurem Praesidenten, sollte ich ihn in die Finger kriegen!

Hasta luego Mexico!

Hasta luego Mexico! Auf gehts in den wilden Westen der USA! Das ist uebrigens das aufgesetzte Smile. Aber durchaus ernst gemeint!


El Salto

Anreise mit Taxi und Bus von Monterrey via Santiago nach Cienega de Gonzales. Taxi von Santiago nach Cienega ca. 400 Pesos oder Bus 65 Pesos (Abfahrt in Santiago um 9h und um 15h).

Einkaufen in Santiago bzw. El Cercado; bei Kika in Cienega gibts das Noetigste. An den Wochenenden sind etliche Taco-, Elote- und Snackerschuppen offen.

Beste Jahreszeit: Oktober bis April?! Dann wirds warm…

Topo: Gibt es in Kuerze hier suf diesem Blog!

Unsere Lieblinsrouten: El culo de Merlin 6a+ (Tecolote), Alien Tufa 6c (Animas), Bodygroovin 7b (Animas), Hijo de Puta 7b/+ (Boca), Lazy Boy Lover 7c (Animas), Camino de Chino 8a (Animas)

Weitere Infos auf climbing-mexico.over-blog.com

 

Fiesta Mexicana – oder der Beginn einer langen Reise

Bienvenidos!

Bienvenidos a Mexico!

Da sitzen wir nun also an der warmen mexikanischen Sonne nahe Monterrey und versuchen, die ersten fuenf Wochen unserer 4-monatigen Reise von Mexiko City nach San Francisco in Worte zu fassen. Auf der folgenden Karte sind ein paar „Fixpunkte“ markiert: Mexiko Stadt, El Chonta, Jilotepec, Xilitla, El Salto, Potrero Chico, Hueco Tanks, Red Rocks etc.

Der Start gelang uns dank Rahels Familie in Cuernavaca suedlich von Mexiko City hervorragend. Sie haben uns perfekt in die mexikanische Ess- und Trinkkultur eingefuehrt. Chilaquiles und Enchiladas zum Fruehstueck haben uns aber bald ueberfordert. Auch auf der Silvesterparty kamen wir mit unseren Kletterklamotten nicht so gut an…

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Gehoert zum mexikanischen Genuss: Ein Becherchen Mezcal.

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Die mexikanische Kueche ist gut, aber deftig.

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Ein Ausflug in das „Pueblo Magico“ Tepoztlan. Que padre!

In Cuernavaca hat uns schon bald die Neugier gepackt und wir sind in die laute, dreckige aber wunderbare mexikanische Welt hinaus. Den Kletterkram haben wir natuerlich eingepackt und haben der Megagrotte von El Chonta einen Besuch erstattet. Stalaktitengehangel bei 30 Grad hat uns allerdings nicht uesberzeugt. Dafuer um so mehr die umtriebige Stadt Taxco. Wo nur weisse VW-Kaefer rumfahren; fast wie im Disneyland.

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Taxco: Wo die Kaefer zum Inventar gehoeren.

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Taxco, Guerrero.

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Taxco vom „Mirador“ aus.

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200 Meter Stalaktiten. Vielleicht gut. Taxco hat uns aber besser gefallen.

Von Cuernavaca ging es dann fuer 2 Tage in die 25-Millionenstadt Mexiko City, inkl. Abstecher nach Teotihuacan, wo einst die groesste antike Stadt Mittelamerikas stand.

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Ausblick aus dem Apartment in Mexiko City auf die Skyline und den Vulkan Popocatepetl.

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Teotihuacan: Ziel jedes Touristen in Mexiko Stadt.

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Teotihuacan.

Mit einer ordentlichen Portion Feinstaub in den Lungen, kribbelnden Fingern und viel Gepaeck ging es per Bus nach Jilotepec, ein Konglomeratgebiet mit erstklassigen Sportkletterrouten, ca. 2h noerdlich von Mexiko-Stadt.

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60 Kilo Reisegepaeck. Nicht ganz einfach mit dem oeffentlichen Verkehr.

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Unser „Fella“ Pete in Aktion. Bestes gekniffel in vulkanischem Konglomerat (Jilotepec).

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Auch Rahel fand es zieeeemlich gut.

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Rahel nimmt Fahrt auf. Que Chingon!

5 Tage perfektes Vulkangestein hat unsere Felsbegierde fuers erste gestillt. Weiter gehts! Nach Pena de Bernal. Es heisst, der Felsmonolith sei der drittgroesste der Welt. Whatever… Immerhin haben wir den Kollegen in 9 einfachen Seillaengen bestiegen.

Der Monolith.

Der Monolith von Bernal.

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Kaum 30 und schon unter den Toten.

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Das Doerfchen Bernal im Bundesstaat San Luis Potosi.

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Entspanntes campen unter dem Monolithen.

Von der Wueste im Westen der Sierra Madre Oriental ging es dann in den Jungle im Osten der Bergkette. In Xilitla hat der Naturliebhaber Edward James mitten im Jungle seine eigene Traumwelt aus Beton erschaffen. Wahrlich ein Rausch der Sinne!

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Auch ohne Drogen ziemlich flashig.

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Edward James, gimme five!

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Auch Edward mit den Betonhaenden muss sich einmal waschen. Wunderschoene „Pozas“ in seiner Phantasiewelt.

Nach dem Jungle ging es dann im Bus in 8 Stunden nach Monterrey, wo ein weltklasse Klettergebiet und Schnee (!) auf uns wartete. Mehr zu „El Salto“ und unseren Heldentaten im naechsten Geschichtlein…!

Ach ja, noch etwas zum Thema Sicherheit: wir haben uns in den ersten 5 Wochen immer sehr sicher und willkommen gefuehlt. Die Menschen sind aussergewohnlich herzlich. Ein gesunder Menschenverstand, Vertrauen, Kontakt mit den Einhemischen und auch Respekt ihnen gegenueber sind noetig, damit man Mexiko sicher bereisen kann.

A huevo huevo!

Charmey: zwei Sprachen, vier Sektoren, ein Fondue

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Dinomyte bei seinen Heldentaten in „Héros ou Martyrs“ (8a) © gelberblitz

Von Adrian Stämpfli und Serge Zacharias

Wegen der ständigen Verwechslung von „Charmey“ mit „Chambéry“ in den Klettermedien haben wir uns verpflichtet gefühlt, einen Beitrag zum Klettern in Charmey zu schreiben. Damit bringen wir die diplomatischen Beziehung zwischen der Schweiz und Savoyen hoffentlich wieder ins Lot.

Charmey befindet sich also in der Westschweiz, genauer in den Freiburger Voralpen und ist das Eingangstor zum Jauntal, wo sich mitunter auch die bekannten Gastlosen befinden. Auch der unaufmerksame Leser hat wohl festgestellt, dass wir es im Jauntal mit zwei Sprachen zu tun haben. Das Jauntal ist nämlich Moité-Moité Schweizerdeutsch-Französisch; so wie das bekannte Käsefondue.

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Klettern mit Sonne und mit Blick auf das Jauntal: Serge in der „Baraque aux Bahamas“ im Ancien Secteur. © gelberblitz

Wie dem auch sei: Klettern lässt es sich in Charmey in den kühleren Jahreszeiten hervorragend. Vier Sektoren mit unterschiedlichen Charakteristika, Geschichten und der ein oder anderen Polemik werden hier kurz vorgestellt. Für eine schärfere Analyse kann ich euch Pfeffer empfehlen – oder den Kletterführer „Klettereien in Freiburg“ von den Gebrüdern Rebetez.

Panorama Charmey

Die vier Sektoren in Charmey: La Carrière, Secteur du Milieu, Ancien Secteur und die Tribune. © gelberblitz

// A cause des confusions de „Charmey“ et „Chambéry“ dans les medias de grimpe, je me sentais obligé d’écrire un petit récit sur les spots de grimpe à Charmey, Suisse. Charmey se trouve alors à l’entrée de la vallée de Jogne, dans les préalpes fribourgeoises. Le lecteur attentif a déjà du constater, que Charmey et francophone et Jaun… ben… disons germanophone.  La vallée de la Jogne et donc un peu Moité-Moité comme la fondue fait de Vacherin et Gruyère.

Quoi que ce soit: ça se grimpe très bien à Charmey dans les saisons froides. Quatre secteurs chacun avec ses propres charactéristiques et sa propre histoire sont présentées ci-dessous //

LA TRIBUNE

Daniel Rebetez hat den grössten Sektor von Charmey beinahe im Alleingang 2005 erschlossen. Einige Routen sind mittlerweile von anderen Erschliessern dazu gekommen. Heute gibt es gut 100 Routen von 5c bis 9b („Meiose“ von Pirmin Bertle). Durch die südliche Ausrichtung ist es an der Tribune im Winter perfekt – sofern einem die Nässe keinen Strich durch die Rechnung macht.

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Der Autor in einem der Klassiker: „La croix et la bannière“ (8a+) © Archiv Bertle

// Daniel Rebetez a équipé le plus grand secteur de Charmey quasiment seul en 2005. Quelques voies ont été rajouté et entre-temps il y a environ 100 voies de 5c au 9b („Meiose“ de Pirmin Bertle). A cause de son exposition sud, les conditions sont parfaites en hiver – si la falaise n’est pas mouillée //

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Serge beim Einstiegsboulder von „Héros ou Martyrs“ (8a). ©gelberblitz

Die Kletterei reicht von Einzelstellenlastig („Cruxius“, 8a) bis hin zu den 50-Meter Ausdauerhämmern („La Sanction“ 8b), wobei sich die lohnenderen Routen unserer Meinung nach in den oberen (> 7c) Schwierigkeitsgraden befinden.

// L’escalade va des voies plutôt bloc aux voies de pure conti de 50 mètres. A notre avis, les plus belles se retrouvent au-delà du 7c.  Tirez votre „Carnet de voyage“ (7c),  c’est le ticket d’entrée. //

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Jonas Wicky in „Carnet de voyage“ (7c). Der Winter hat bereits Einzug gehalten. © gelberblitz

Der Fels ist nicht so durchgehend kompakt wie in den Gastlosen, was den Ersteinrichter auch schon mal zu Hilfsmitteln greifen liess. Doch das tut dem Spass keinen Abbruch.

// La falaise n’est pas si compact qu’au Gastlosen. Si on veux le voir on retrouve certes quelques traces de sika et de taillage au marteaux.  //

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Der grösste Sektor in Charmey: La Tribune. © gelberblitz

Die besten Bedingungen gibt es von Ende Oktober bis Ende März. Im Hochwinter ist aber Sonnenschein pflicht. Sonst wirds kühl…!

// Les meilleurs conditions on a de fin octobre jusqu’à fin Mars. En hiver il faut mieux avoir un peu de soleil…! //

Persönliche Routentipps LA TRIBUNE

  • 7b: Terra incognita – ein guter Einstieg
  • 7c: Carnet de voyage – der Klassiker
  • 7c+: Albatros – die Route mit dem Sinter
  • 8a: Héros ou Martyrs – Held oder Märtyrer? Wir werden sehen…!
  • 8a+: La croix et la bannière – schöne Moves an schönem Fels
  • 8b: Un procès aux étoiles – dranbleiben bis zum letzten Grifflein
  • 8b+: Génotype – genial wenn trocken
  • 8b+/c: L’axe du beau – die neue Supertour an der Tribune
  • 8c: One way (to get it unraveled) – das Tor zu den 9ern
  • 9a: Le donjon de Naheulbeuk – kurz: der „Donjon“, lang: 50 Meter
  • 9b: Meiose – Pirmins bisher letzte Amtshandlung

Fotogalerie „La Tribune“


LA CARRIERE

Der Felsriegel oberhalb des Steinbruchs wurde schon früh ausgerüstet und beklettert. Die Künstler der 90er-Jahre schienen ihren Drang nach Verwirklichung hier voll ausgelebt zu haben (z.B. „L’atelier du sculpteur“, 6c). Der Vorteil der Carrière: Die Routen im mittleren Teil bleiben ewig trocken. Die Nachteile: die Schaufelbagger an den Werktagen („L’appelle mécanique“, 8a) und die kurze Sonnenscheindauer im Hochwinter.

// La falaise en-dessus de la carrière a été équipé et grimpé depuis longtemps. Les artistes des années 90 ont bien mis en scène leurs capacités de sculpter des prises (p.e. „l’atelier du sculpteur“, 6c). L’avantage de la Carrière: Les voies au milieu sont presque toujours sèches. Les désavantages: la pelle mécanique  pendant la semaine et la courte durée de soleil en hiver //

Persönliche Routentipps La Carrière

  • 7b+: Skyscraper – anhaltend
  • 8a: L’appelle mécanique – ist vor allem an den Werktagen laut

ANCIEN SECTEUR UND SECTEUR DU MILIEU

Der „Ancien Secteur“ (zu Deutsch „alter Sektor“) beherbergt eine Vielzahl von Routen im fünften und sechsten Grad – und diese sind wirklich lohnenswert.

// L’Ancien Secteur propose un grand nombre de chouettes voies dans le 5ème et 6ème degré. Un secteur pour les anciens alors? Pas seulement! Une nouvelle voie en 7c a recemment vu le jour et le secteur tient encore plein de potentiel pour en conceptionner d’autres. Ce secteur vaut donc toujours le retour, avec ou sans perceuse. //

Serge in "La baraque au bahamas"

Serge in der „Baraque au bahamas“ (7c) im Ancien Secteur.

100 Meter weiter links vom „Ancien Secteur“ hat Daniel Rebetez auch noch den „Secteur du Milieu“ auf Vordermann gebracht. Ca. 20 überwiegend kurze und boulderige Routen zwischen 7a und 8c warten dort auf die Wiederholer. Eine gute Alternative zur Tribune bei bitterkalt-nassen Verhältnissen!

// 100 Mètres à gauche de l’Ancien Secteur, Daniel Rebetez a ainsi équipé le „Secteur du Milieu“. Environ 20 voies plutôt blocs de 7a au 8c attendent des répétiteurs. Le Secteur du Milieu et une bonne alternative à la Tribune quand il fait moche et froid. //

Persönliche Routentipps Ancien Secteur und Secteur du Milieu

  • 5c: Yakari – genüssliches warmwerden
  • 6a+: Rantamplan – idem
  • 6c: Azraël L1 + L2
  • 6c: Gargamel
  • 7b+: J’accuse – kuk: kurz und kratzig
  • 7c: Le bénéfice du doute: ebenfalls kuk

FACTS

Topo: Escalades dans le canton de Fribourg, Daniel und Martin Rebetez, 2010.

Der offizielle Kletterführer von Freiburg.

Der offizielle Kletterführer von Freiburg.

Anreise Auto: Von Bern ca. 1h Autofahrt. Füllt wenn immer möglich das Auto (den Tank natürlich auch). Gruss vom Klima.

ÖV: Die Klettersektoren sind sehr gut mit dem ÖV erreichbar (Haltestelle „La Bourlianda“), 2 Minuten vom Parkplatz. Dankeschön vom Klima.

Beste Jahreszeit: Oktober bis April.

Klettershops: bugaboo in Freiburg, Oxygène Montagne in Ependes, Trango Sports in Bulle

An den Ruhetagen: Fondue essen in Greyerz, Besuch der Chocolat-Fabrik „Cailler“ in Broc, Kletterhalle Laniac in Bulle oder Bloczone in Freiburg.

Klettergebiete in der Umgebung: Gastlosen, Jansegg, Epagny

Videos: 


P.S.: Die Bewertungen stammen aus dem Topo (wenn schon drin), sonst von den Erstbegehern oder den Wiederholern. Bewertungen von Mitgliedern einschlägiger Foren werden nicht berücksichtigt – sorry!

Mit ein paar Batzeli in einem eingeschriebenen Brief an den Autoren lässt sich da schon eher was machen…!

Gruss von Sepp B., Präsident von allem.

Berdorf: Luxemburger Understatement

Der beste Sandstein Europas? Auf jeden Fall ein ganz besonders fein geformter, in einem märchenhaften Wald. Hier zeigt Tommy Hardt der „Kaffisdous“ (7a+) wer den längeren Hebel hat.

Serge: das ist der Exil-Luxemburger an der Freiburger und Berner Uni, Vagabund von Nebenberuf, Mann von Welt. Er befindet sich auf der Fels-Belagerungsrangliste im Jaun-Valley ganz weit oben. Seine oft wiederholten Rufe in die Talschaften, wonach in Luxemburg der beste Sandstein à la  Zitat „Red River Gorge“ zu finden sei, blieb bei der Community lange ungehört oder hat höchstens für ein müdes Lächeln gereicht. Fünf Stunden hoch oder fünf Stunden runter? Keine Frage! Auf den luxemburgischen Bröselhaufen können wir getrost verzichten! So die allgemeine Meinung – und Serge’s Balzrufe hallen leider immer noch ungehört in den Wänden über Jaun und Charmey.

Grün….

Einige Jahre hat es gedauert bis Rahel und ich endlich das Ross gesattelt haben, um Serge und unsere artverwandten Bankerkollegen in Luxemburg zu besuchen.  Nach etwa 5.5 Stunden Fahrt ab Bern ist das verschlafene „Berdorf“ erreicht – auch „Petite Suisse Luxembourgeoise“ genannt – das kann ja nur ein schlechter Witz sein. Fels? Keine Spur. Sonne? Negativ. Nur Nebel. Am nächsten Tag haben wir uns dann trotzdem in den Wald im Müllerthal gewagt. Und sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen:

Schöne Farbenspiele.

Wald und Überhänge.

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Eindrücklich: Der Hauptsektor „Nikita“, mit Berdorfs schwerster Route: Nikita 8c.

Der Abstieg zu den Felsen erfolgt durch ein Labyrinth von Felsspalten, in denen ein Bierbauch mit Sicherheit stecken bleiben würde.

Durch enge Gassen sollst du gehen...

Durch enge Gassen sollst du gehen… Rahel in der Eingangspforte.

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Serge in "Herrmann Buhl" (8a+)

Serges 237. Versuch in „Herrmann Buhl“ (8a+). Pic by Tommy Hardt.

Die Kletterei ist vom Feinsten: an Waben, Löchern und perfekt geformten Leisten geht es bis 30 Meter empor. Vor allem im sechsten und siebten Grad ist eine grosse Auswahl geboten. Eine Wanderung am zweiten Tag (weil Regen) hat uns vor Augen geführt: Das Potenzial im Müllerthal für Routen und Bouldern ist gigantisch gross, heute sind vielleicht 5% der Felsen erschlossen. Das hat allerdings auch seinen Grund: Die Kletteraktivität ist in Luxemburg zwecks Naturschutz auf ein paar Wände begrenzt. Das Klettergebiet beinhaltet jedoch die höchste Qualitätsdichte der Region, wie uns Serge versichert. Trotzdem soll es angeblich eine kleine Akkubohrer-Guerilla geben die abseits von abgetretenen Pfaden operiert. Nichts Genaues weiß man nicht😉

Geregnet hat es nicht oft. Aber wann dann richtig!

Geregnet hat es eigentlich nicht oft. Und trotzdem war vieles „mudrig“.

Der Sektor Hermann Buhl mit den Kinglines.

Der Sektor Hermann Buhl mit den Kinglines „Bobby Brown“ 7c und „Herrmann Buhl“ 8a+.

Was wir (trotz Feuchtigkeit und Nässe) klettern konnten war allererste Sahne. Ich persönlich fand es mitunter den besten Fels, der mir je untergekommen ist. Jetzt wurde uns auch allmählich klar, weshalb Serge der Luxemburger regelmässig nach Hause verschwand – und lange nicht wiederkam.

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Waben. Allerfeinste Waben.

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Grandes Vacances ?!? Na ja, 6 Tage sind ganz o.k., aber….!

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Griffformen wie…, wie…, wie wo?

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Geschmeidig sind die Griffe in Berdorf.

Nun noch zu den Fäkts: Berdorf liegt ca. 40 Minuten östlich von Luxemburg oder 40 Minuten westlich von Trier (D). Eigentlich wäre ein „Climbing Permit“ nötig, welches man online vom entsprechenden Ministerium nach Hause bestellen kann. „Kontrolliert wird man allerdings sehr selten“, meint dazu Serge entspannt.

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Porträt des Autors.

Entspanntes Hanger-Life gibt es im Camping Maartbusch. Von diesem Camping sind es etwa 5 Minuten zum Fels. Beste Jahreszeit: Ich würde meinen März bis November, ausschliesslich die Wochenenden. 
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Routentipps: Im offiziellen Kletterführer (für 18 Euro auf dem Camping erhältlich) sind die Routen mit Sternchen bewertet. Die Drei-Sterne-Routen sind weltklasse oder sogar universumsklasse, doch auch der Rest ist absolut top.

Das Luxemburgische Understatement hat in Sachen Klettern zugeschlagen! Berdorf ist grossartig. Und wir werden wiederkommen!! Danke Serge für die Infos, die Fotos und das Versprechen, dass es hier bald noch mehr zu klettern gibt.

Auf dem Jakobsweg: Euskadi und Navarra

Etxauri

Etxauri.

Ich wollte schon immer einmal den Jakobsweg beschreiten. Tagelang unterwegs im unwegsamen Gelände, Hitze, Durst und ein leerer Blick auf das weit entfernte Ziel; das ist was mich reizt. Und so taten wir es. Allerdings mit 1.6 Liter Hubraum und 95 PS unter der Haube – so gehts ein bisschen schneller vorwärts. Der blaue Donner, unser neues modernes Pferd, trug unser schweres Gepäck von Bern via Bordeaux nach Pamplona und schliesslich nach Vittoria Gasteiz. Der Herr hat uns nicht selten einen Parkplatz zur Verfügung gestellt. Dank an seine Adresse.

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Immer für ein schönes Plätzchen gut: eine Kirchenruine in der Nähe von Etxauri.

Unsere erste Station war allerdings nicht zur Vergebung der Sünden gedacht. Diese werden in Bordeaux nämlich eher zu einem unabtragbaren Berg akkumuliert: Fleisch, Frösche, Blutpizza, Wein und diese sauguten Canelés für den süssen Abgang standen auf dem Programm. Natürlich nicht ohne den Besuch eines Châteaus in amüsanter Gesellschaft zweier Kickfanatiker aus Bern. Dank an meinen Bruder für die Organisation! Das war eine „grifigi Sach“.

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Auf dem Château Branaire-Ducru.

Weinflaschen

Château Branaire-Ducru.

Eichenfässer

Durst werden sie nicht so schnell kriegen, diese Franzosen.

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Und nochmals das Château.

Weiter ging es zum Ablass der Sünden also von Bordeaux nach Pamplona. Wir wollten nach dem Château wieder in den Busch – Käfer essen und so. Das Gelände wurde unwegsam – hunderte Kreisel liessen die Schweissperlen spriessen. Durst übermannte uns. Wir brauchten eine Hopfenperle. Eine Perle ganz anderer Art ist das Klettergebiet ETXAURI, keine 10km von Pamplona entfernt, wo wir erstmals Ablass taten. 1500 Routen in weltklasse Fels werden hier geboten. Es steht zwar im Schatten von Siurana und Co. (leider nicht im wahrsten Sinne des Wortes), Felsqualität, Routenauswahl und Aussicht sind ihnen aber ebenbürtig. Touristen bekamen wir in den 10 Tagen Baskenland auch nur selten zu Gesicht – und das ist gut so.

Etxauri

Etxauri.

Navarra

Der Ausblick vom Felsriegel in das Navarrische Hinterland.

Etxauri Kale Borroka

Der Sektor Kale Borroka.

Etxauri (= Etschauri) ist eigentlich ein typisches Wintergebiet. 90% der Routen sind gegen Süden ausgerichtet. Entsprechend warm wird es ab März/April, was wir deutlich zu spüren bekamen. Den Geiern bekommt die Hitze anscheinend sehr gut.

Etxauri

Einer der wenigen Nordsektoren in Etxauri.

Etxauri

Rahel kühlt sich im Schatten ab.

Simon, unsere Bekanntschaft aus Deutschland in einer 6b.

Simon, unsere nette Bekanntschaft aus Deutschland in einer 6b.

Die Pilgerreise auf dem Jakobsweg ging nach zwei Tagen onsight-Spass wegen warmer Temperaturen und Entdeckungslust weiter nach Westen, in Richtung VALDEGOVIA. Das Klettergebiet in löchrigem Tarnfels (Dolomit!) liegt eingebettet in einem Tal, das wie aus einem Heidifilm hätte sein können: auf einer saftigen Wiese, mit einem Bach und viel Schatten. Der ideale Familienkletterfels also! Entsprechend bevölkert war er auch.

Valdegovia

Valdegovia – ein kleines Paradies.

Zwar hat sich eine Schweizer Firma (die ich hier nicht nenne möchte) mit diesem Gebiet eine goldene Nase verdient, was aber den Ort nicht unschöner machte.

Valdegovia

Valdegobia: auch bekannt für „Psicoterapia“ 9a (im Hintergrund)

Weitere, unbearbeitete Sektoren befinden sich übrigens in den anderen, kleineren Tälern. Mangels Informationen haben wir uns aber im Hauptsektor vergnügt.

Valdegovia

Löchrig und steil: Valdegovia. Hier eine unbekannte Spanierin am Hebeln.

Wir hatten mit einem Besuch eines Campings mit Pool wieder einmal gesündigt und mussten deshalb weiter den erschwerlichen Weg gehen bzw. fahren. Wir pilgerten mit einem kleinen Schlenker ans Meer nach ARAOTZ. Das Massiv liegt im Herzen des bergigen Baskenland. Von den Bergen bleiben teilweise allerdings nur noch Reste übrig, denn hier wird intensiver Bergbau betrieben, wovon auch die zahlreichen Schwerindustrien in den Tälern zeugen.

Araotz.

Das Massiv von Araotz. Man staune: in den grossen Wänden gibt es keine Routen.

Zwar wurde  mit der ersten weiblichen 8c+ von Josune Bereziartu im Sektor Korea von Araotz Klettergeschichte geschrieben (Honky Mix), was uns aber angesichts der übrigen Routen und der Sektoren (Korea war nass) nicht zu einem längeren Verbleib animieren konnte. Schön wars. Kurz wars. Gebastelt wars.

Valdegovia

Die Pilgerreise mit schwerem Gepäck.

SAN FAUSTO besuchten wir auch noch für einen Tag. Wer im sechsten französischen Grad unterwegs ist, der wird hier glücklich. Und auch alle anderen. Die Routen sind nämlich der pure Wahnsinn. Da wäre sogar Jacobi anno 14-Hundert-weiss-nicht-was noch kurz eingekehrt (oder in die Pizzeria, die von einem Kletterer liebevoll eingerichtet wurde – inkl. Holzofen).

Mit der Hitze kam dann auch das Ende des Urlaubs. Zum Glück mussten wir nicht nach Hause laufen… Insgesamt können wir einen Trip ins Baskenland empfehlen: nette Leute, gute Klettergebiete, das Meer, das Essen und wenig Touristen. Der Winter ist gut für Etxauri; Frühling und Herbst für Araotz, Valdegovia und San Fausto. Sommer fürs Meer oder für Ferien in der Tiefkühltruhe.

YOPA!